[!info] Podcast-Faible · Folge #08

Erster Berührungspunkt & Anstoß

Was war dein erster Berührungspunkt mit Podcasts und was hat dich dazu veranlasst, selbst zu podcasten?

Erster Berührungspunkt: ihr damaliger Freund hörte Podcasts zum Einschlafen – über ihn lernte sie Gaming-Podcasts (Plauschangriff) kennen. Suchte dann thematisch passender und fand ‘methodisch inkorrekt’ – ihren ersten ‘Vollabo’-Podcast. 2016/17 stieg sie ein, was zeitlich mit ihrem Uni-Start zusammenfiel. Filmpodcasts kamen über Nerdtalk dazu.

„Methodisch inkorrekt war das so der erste Podcast, wo ich das wirklich, wo ich jede Folge weggehört habe."

Themen: Wissenschaftspodcasts

→ Erster Berührungspunkt & Anstoß

Eigener Podcast-Konsum

Welche Podcasts hörst du selbst gern? Welche Genres mögst du?

Starke Hörerin, aber durch Wegfall des Pendelns (Leipzig–Chemnitz, 4h täglich) deutlich weniger geworden. Heute ~10 Podcasts regelmäßig, nicht mehr ~100 abonniert. Themen blieben: Wissenschaft (Forschung aktuell DLF, methodisch inkorrekt – aber Folgen zu lang) und Popkultur. Absoluter Lieblings-Podcast: E&U-Gespräch (Benjamin und Markus) – sie bringen Kunst aus ihrer Komfortzone, schaffen es Visuelles auditiv zu vermitteln. Kompakte Formate werden wichtiger.

„Das ist so ein Podcast, den ich auch immer komplett sofort weghöre, sobald ich da eine Folge sehe."

Themen: Gespräche & Begegnungen · Wissenschaftspodcasts

→ Eigener Podcast-Konsum

Erinnerungswürdige Aufnahme

Gibt es eine Podcast-Aufnahme, die dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Live-Aufnahme im Futurium Berlin für ‘Science Trios’ (Podcast über Frauen und nicht-binäre Personen in der Wissenschaft, mit Rebecca Moldmann). Vom Futurium wurden sie nach einem Live-gestreamten Auftritt bei der WISCON angesprochen – ein Podcast mit Mission, dem Ausstellungshaus zuhört.

„Die sind irgendwie auf unser Podcast aufmerksam geworden, […] da ist eben eine Person vom Futurium auf uns [zugekommen]."

Themen: Live-Aufnahmen · Wissenschaftspodcasts

→ Erinnerungswürdige Aufnahme

Zeitaufwand pro Folge

Wie viel Zeit investierst du in eine Folge — von Vorbereitung bis Nachbereitung?

Für ihre Wissenschafts-Videos macht sie alles selbst in Ultraschall. Andere Podcasts auf Podigy gehostet mit integriertem Auphonic – aber sie nutzt es nur für Lautstärke-Angleichung, da Einstellungsmöglichkeiten begrenzt. Hintergrundgeräusche, Equalizer macht sie alles in Ultraschall selbst.

„Auphonic ist auch wirklich nur noch als der letzte Schliff, um es sendefähig zu machen."

Themen: Auphonic · Schnitt-Tools (Ultraschall/Reaper)

→ Zeitaufwand pro Folge

Technik

Welche Technik nutzt du? Mikrofon, Kopfhörer, Schnittprogramm?

Alles in Ultraschall selbst. Hosting auf Podigy mit integriertem Auphonic – nur für Lautstärken-Angleichung genutzt. Hintergrundgeräusche und Equalizer macht sie selbst.

„Auphonic ist auch wirklich nur noch als der letzte Schliff, um es sendefähig zu machen."

Themen: Auphonic · Schnitt-Tools (Ultraschall/Reaper)

→ Technik

Liebstes und Nervigstes

Was machst du am Podcasten am liebsten und was ist das nervigste?

Sie prokrastiniert eher mit dem Schnitt – kann nicht in kleinen Häppchen arbeiten wie ihr Daniel-Co-Host, sondern braucht den durchgehenden Flow. Wenn sie angefangen hat, zieht sie es am Stück durch. Bittet: nimmt euch kein Vorbild an mir, was die Anzahl parallel betriebener Podcasts angeht.

„Wenn ich dann angefangen habe, dann kann ich es auch durchziehen."

→ Liebstes und Nervigstes

Wichtigste Lektion

Was ist die wichtigste Lektion, die du anderen Podcastern mit auf den Weg geben würdest?

Radio-Sprichwort: ‘Alles versendet sich.’ Egal was du sagst, irgendwann erinnert sich niemand mehr daran – also keine übergroße Sorge bei kleinen Fehlern. Aufwand für Hörer*innen, einen Kommentar zu hinterlassen, ist hoch (anders als bei YouTube) – das filtert Hate raus, aber auch positives Feedback. Daher: gutes Feedback (Mails, Social Media, Bewertungen) ist der beste Indikator für Erfolg, nicht Statistiken.

„Alles versendet sich, […] egal was du sagst, irgendwann erinnert sich einfach kein Schwein mehr daran."

Themen: Hörer-Feedback

→ Wichtigste Lektion


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[!info] Podcast-Faible · Folge #21

Eigener Podcast-Konsum

Welche Podcasts hörst du selbst gern? Welche Genres mögst du?

Hört weniger als früher (Hörbücher haben Anteile übernommen). Klassiker wie Bits und so. Im eigenen Netzwerk: Regen, Sturm, Schnee (Wetter/Klima). Alt und Verbittert – ein medizinischer Effekt: Migräne-Hilfe! Weiter: WRINT-Geschichtsunterricht, Blathering, Sunday Morning (seit Folge 1). Themen interessieren sie weniger – es geht ihr um Menschen, die mit Begeisterung erzählen.

„Ich habe sehr viel Spaß daran, wenn Menschen mit Begeisterung über irgendwas reden, völlig egal was."

Themen: Fandom als Einstieg · Spaß & Motivation

→ Eigener Podcast-Konsum

Erinnerungswürdige Aufnahme

Gibt es eine Podcast-Aufnahme, die dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Drei besondere Aufnahmen: 1) Ein Adventskranz (vierteilige Folge am Stück aufgenommen) im ‘König Bube Dame Gast’ über Stephen King – sie war wegen chronischer Erkrankung randvoll mit Schmerzmitteln und Apfelwein, ihre Gästin Missy Rockstar hielt durch. 2) Eine ES-Folge, in der sie so lange geschimpft hat, bis es gewittert hat. 3) Mitten in einer Aufnahme fiel eine Maus in eine Lebendfalle ins Blechwaschbecken eines Mitpodcasters – sie dachten, das Haus stürzt ein. (Maus wurde übrigens lebend in den Wald entlassen.)

„Da habe ich so lange geschimpft, bis es gewittert hat. Habe ich ein Gewitter herbeigeschimpft."

Themen: Fandom als Einstieg

→ Erinnerungswürdige Aufnahme

Zeitaufwand pro Folge

Wie viel Zeit investierst du in eine Folge — von Vorbereitung bis Nachbereitung?

Spaßformate wie ‘Monatslese’ werden nicht groß vorbereitet. ‘König Bube Dame Gast’ (Stephen King chronologisch) ist arbeitsintensiv: Sendungsnotizen, Detail-Analyse, Querverbindungen ins King-Universum. Schnitt: ~2 Stunden, Folge selbst ~2 Stunden lang = 5 Stunden reine Arbeitszeit + die Lesezeit (Bücher).

„Im Schnitt zwei Stunden, plus im Durchschnitt sind die Folgen ungefähr zwei Stunden lang, das heißt, ungefähr insgesamt fünf Stunden würde ich rechnen, die wir außer der Lesezeit reine Arbeitszeit haben."

Themen: Zeitaufwand

→ Zeitaufwand pro Folge

Technik

Welche Technik nutzt du? Mikrofon, Kopfhörer, Schnittprogramm?

Jahrelang Go-Mike, jetzt ein billiges Mikro vom Mann. Nimmt im TeamSpeak auf (Push-to-Talk-Lampen für Moderation), für größere Gruppen Studio Link. Schneidet mit Audacity ‘auf Sicht’ nach Audiokurve – kann keine Multitrack-Aufnahmen schneiden. Auphonic zur Nachbereitung. Hosting via WordPress + Plugin ‘Seriously Simple Podcasting’ (beliebige Feeds anlegen). Setup läuft seit 2016.

„Ich schneide auf Sicht und nicht nach Gehör. Und das ist der Grund, weshalb bei mir das Multitrack nicht funktioniert."

→ Technik

Liebstes und Nervigstes

Was machst du am Podcasten am liebsten und was ist das nervigste?

Liebt die Breite der Menschen, die das Medium erreicht – verschiedene Lebensrealitäten, Berufe, Altersgruppen, Behinderungen, sexuelle Orientierungen. Das Internet ist ihre ‘Kneipe’ (kommt aus Gründen wenig raus). Trifft Menschen, die sie sonst nie kennenlernen würde (60-Jährige als Au-pair nach Ägypten). Nervig sind nur 2000-Seiten-Belanglosigkeit-Bücher, an denen sie sich durchquälen muss. Mit Lebendmaus-Vandalismus und einer Folge aus der Badewanne (gemutet aufgenommen) hat sie alles erlebt – aber Wichtiges ist nie verloren gegangen.

„Internet-TM ist halt meine Kneipe, kann man sagen. […] Die Leute wollen ja reden."

Themen: Gespräche & Begegnungen

→ Liebstes und Nervigstes

Wichtigste Lektion

Was ist die wichtigste Lektion, die du anderen Podcastern mit auf den Weg geben würdest?

Drei Lektionen: 1) Macht das, worauf ihr Bock habt – nicht was ihr für erfolgreich haltet. 2) Hörerzahlen sind ‘Voodoo’ – ignoriert sie. 3) Macht Dinge, die ihr ohnehin getan hättet – dann hält man die Durststrecken durch. Wer mit Begeisterung dabei ist, findet sein Publikum. Wer ein ‘Podcast-Imperium’ bauen will, scheitert meistens.

„Macht lieber das, wofür ihr brennt, wofür ihr Liebe habt, und dann klappt das von selber."

Themen: Hörer-Feedback · Spaß & Motivation

→ Wichtigste Lektion


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[!info] Podcast-Faible · Folge #10

Erster Berührungspunkt & Anstoß

Was war dein erster Berührungspunkt mit Podcasts und was hat dich dazu veranlasst, selbst zu podcasten?

Während seiner Selbstständigkeit in der Immobilienfinanzierung merkte er, dass Zahlen ihn nie interessierten. Erlebte zufällig die Wirkung von Hypnose, machte eine Ausbildung ’nur für sich’ und beschloss am Ende: ‘Das ist meine Zukunft.’ Seit einem Jahr macht er das professionell – und damit auch Podcasts dazu.

„Mit jeder Klientin, jedem Klienten, mit dem ich zusammen arbeite, das macht mir so viel Freude."

→ Erster Berührungspunkt & Anstoß

Eigener Podcast-Konsum

Welche Podcasts hörst du selbst gern? Welche Genres mögst du?

Quark Science Cops als Lieblings-Podcast. Mag große Produktionen (Panama Papers, WeCrashed/WeWork, CashBurners). Laber-Podcasts hört er gar nicht – ‘verschwendete Lebenszeit, anderen Leuten dabei zuzuhören, wie sie ihre Gedanken sortieren’. Alternativ Hörbücher.

„Es ist mir zu anstrengend und in meinen Augen oder für mich persönlich ist es so verschwendete Lebenszeit, anderen Leuten dabei zuzuhören, wie sie ihre Gedanken sortieren."

→ Eigener Podcast-Konsum

Erinnerungswürdige Aufnahme

Gibt es eine Podcast-Aufnahme, die dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Erste Folge: einfach mit iPhone eingesprochen, ohne Schnitt, eine Stunde für eine kurze Folge gebraucht. Vor allem aber eine Aufnahme zum Thema Depression mit einer Gästin: Während er parallel eine Depressionshilfe-Webseite öffnete, ergriff ihn das Thema so – er kämpfte mit den Tränen und wäre fast eingebrochen. Beeindruckt davon, wie viele ‘ganz normale Mitbürger’ diesen Schmerz tragen.

„Das hat mich so ergriffen, weil es eben da draußen so viele Menschen gibt, die dieses Thema haben. Ich konnte nicht mehr weiter sprechen. Ich saß hier, habe echt mit den Tränen gerungen."

→ Erinnerungswürdige Aufnahme

Zeitaufwand pro Folge

Wie viel Zeit investierst du in eine Folge — von Vorbereitung bis Nachbereitung?

‘Quick and dirty’ – keine Vorbereitung außer der Frage ‘Trinkst du seit über 100 Tagen keinen Alkohol?’. Kein Vorgespräch, treffen sich online, Aufnahme. 30 Min für Intro/Outro/Hochladen. Schneidet nur lange Denkpausen oder Technikprobleme raus. Wöchentliche Veröffentlichung – will keine 3-5 Stunden pro Folge investieren.

„Ich bereite mich nicht vor. Also ich möchte von meinen Gesprächspartner nur wissen, seit wann trinkst du keinen Alkohol mehr?"

Themen: Perfektionismus loslassen · Recherche & Vorbereitung

→ Zeitaufwand pro Folge

Technik

Welche Technik nutzt du? Mikrofon, Kopfhörer, Schnittprogramm?

Iterativ: erst iPhone, dann günstiges Podcaster-Mikro, jetzt Rode NT1 Gen 5. GarageBand zum Schneiden (nur vorne/hinten abschneiden). Neu: Rodecaster Duo wegen Telefonat-Aufnahme – seine Gesprächspartner kriegen Studio Link nicht hin. ‘Schwelle so niedrig wie Nokia 3110-Anruf.’

„Ich muss die Schwelle wirklich so niedrig ansetzen, dass die mich mit Nokia 3110 anrufen können und das trotzdem funktioniert."

Themen: Gespräche & Begegnungen · Mikrofon-Setup · Schnitt-Tools (GarageBand)

→ Technik

Liebstes und Nervigstes

Was machst du am Podcasten am liebsten und was ist das nervigste?

Liebt es, viele Menschen kennenzulernen und ihre Geschichten zu hören – 50 Persönlichkeiten und Lebensgeschichten pro Jahr. Sein Antrieb: Hörer schreiben, dass sich ihr Leben verändert hat durch seinen Podcast. Nervig: Gästekötern – kaum jemand meldet sich von selbst. Außerdem: er vergisst manchmal, das richtige Mikro umzustellen und nimmt mit dem schlechten Kopfhörer-Mikro auf. Hat sich Checkliste wie ein Pilot gebaut.

„Ich muss da immer hinterherkötern, um Leute zu finden, die dann mit mir sprechen wollen."

Themen: Gespräche & Begegnungen · Hörer-Feedback

→ Liebstes und Nervigstes

Wichtigste Lektion

Was ist die wichtigste Lektion, die du anderen Podcastern mit auf den Weg geben würdest?

Für ihn: dass er mit dem Podcast Lebensläufe beeinflussen kann. Für andere: suche ein Thema, konzentriere dich darauf, geh nicht ’links und rechts und dit und dat’. Geh nicht ‘Monate oder Jahre schwanger’ mit der Idee – Technik besorgen und loslegen. ‘Bleib bei deinem Thema, dann kannst du nur besser werden.’

„Such dir ein Thema, das dir Spaß macht und konzentrier dich auf dieses eine Thema und fang nicht an links und rechts und dit und dat noch damit rein zu wurschen."

→ Wichtigste Lektion


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[!info] Podcast-Faible · Folge #12

Erster Berührungspunkt & Anstoß

Was war dein erster Berührungspunkt mit Podcasts und was hat dich dazu veranlasst, selbst zu podcasten?

Suchte über Foren und das Sendegate Gleichgesinnte für Themen, über die er reden wollte. Beim Sendegate erlebt er besonders zivile, konstruktive Feedback-Kultur (im Gegensatz zu Facebook). Sein erster eigener Filmpodcast startete mit ‘Mary Poppins’ – ein Thema, für das er und seine Mitstreiterin ‘Feuer und Flamme’ waren.

„Bei Sendegate habe ich wirklich das Gefühl, dass die Leute wissen, wie man sich auch noch mal ausdrücken kann."

Themen: Duo-Format · Filmpodcasts · Hörer-Feedback · Sendegate-Community

→ Erster Berührungspunkt & Anstoß

Zeitaufwand pro Folge

Wie viel Zeit investierst du in eine Folge — von Vorbereitung bis Nachbereitung?

Bei Filmpodcasts sehr zeitintensiv. Hat seinen Vorlauf jetzt 6-8 Wochen, früher zeitnäher. Wegen Familie/Kita-Krankheiten/Kind muss er entschleunigen. Beim Business-Podcast hat das nur bedingt funktioniert, weil Termine durch gleiche Problematiken ausfielen – er hat seinen Rhythmus daher vergrößert.

„Boah, Gott sei Dank habe ich noch ein bisschen Puffer, dass ich darauf reagieren kann."

Themen: Familie & Privatleben

→ Zeitaufwand pro Folge

Technik

Welche Technik nutzt du? Mikrofon, Kopfhörer, Schnittprogramm?

Ultraschall/Reaper für Schnitt, Auphonic für Klangoptimierung (immer noch gerne zusätzlich).

„Ich mache das mit der Phonic eigentlich immer sehr gerne noch zusätzlich."

Themen: Auphonic · Schnitt-Tools (Ultraschall/Reaper)

→ Technik


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[!info] Podcast-Faible · Folge #24

Erster Berührungspunkt & Anstoß

Was war dein erster Berührungspunkt mit Podcasts und was hat dich dazu veranlasst, selbst zu podcasten?

Begeistert von amerikanischen Underground-/Nischen-Film-Podcasts (Gentleman’s Guide to Midnight Cinema, Projection Booth), aber 2011 gab es in Deutschland praktisch keine vergleichbaren Filmpodcasts. Mehrere Jahre suchte er Mitstreiter, bis er bei einem gemeinsamen Arbeitgeber Daniel traf – seinen Co-Host bis heute. Damals musste man Gegenübern noch erklären, was ein Podcast überhaupt ist.

„Ich musste auch all denjenigen, die ich ansprach, erstmal erklären, was ein Podcast überhaupt ist und dann sagten die, ach so, ist hier Online-Radio, jaja."

Themen: Duo-Format · Zeitaufwand

→ Erster Berührungspunkt & Anstoß

Eigener Podcast-Konsum

Welche Podcasts hörst du selbst gern? Welche Genres mögst du?

Exzessiver Hörer – jede freie Minute, auch statt Fernsehen. Hört kaum Filmpodcasts (eigene Baustelle, will andere Meinungen nicht ungewollt recyclen). Stark: News-Podcasts (The Daily NYT seit Jahren), investigative Reportagen, Storytelling-Formate aus US/UK (Pineapple Studios, Serial). Mag Serien-Recaps (The Ringer, David Chen). Skeptisch gegenüber True-Crime-Events mit 10.000 Zuschauern – Fremdscham und ethische Bedenken. Lehnt zu kleinteilig-akribische Filmverrisse ab (‘aktiv lustfeindlich’).

„Diese Momente, in denen ich mich da selber dabei ertappe, dass ich eigentlich die Meinung anderer Menschen recycle. Das macht mich unkreativ und faul."

Themen: True Crime

→ Eigener Podcast-Konsum

Erinnerungswürdige Aufnahme

Gibt es eine Podcast-Aufnahme, die dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Früher waren ihm die katastrophalen Aufnahmen (Mikro fiel aus, er sprach seinen Part nachträglich anhand der Tonspur des Gegenübers ein – mehrmals) wichtig. Mit 800-850 Folgen und 13 Jahren Erfahrung ist das alles ’nicht mehr so schlimm’. Die wirklich einprägsame Folge: 2018 mit Jan Peschel bei der Cinecouch über Kim Franks Regiedebüt ‘Wach’. Wegen ihrer kritischen Besprechung schrieb Kim Frank Jan auf Facebook ‘zurecht’ – ihre Filmbesprechung sei missverstanden. Hat ihn sensibilisiert: bei jungen Filmschaffenden bleibt er bewusster respektvoll, auch wenn er kritisch bleibt.

„Es hat mich sensibilisiert dafür, für die Tatsache, dass vielleicht bei zeitgenössischen Filmen […] einem vielleicht doch mal ab und zu jemand zuhört."

→ Erinnerungswürdige Aufnahme

Zeitaufwand pro Folge

Wie viel Zeit investierst du in eine Folge — von Vorbereitung bis Nachbereitung?

Hängt vom Gesprächsverlauf ab. Game-of-Thrones-Staffel-Folge: ganze Staffel gucken + Recherche + Aufnahme + Schnitt = 20-25 Stunden. Normalfolge Bahnhofskino: 1-2 Filme gucken, 2-4 Std Aufzeichnung, 2 Std Schnitt, Show Notes/Patreon/Werbung – 8-12 Stunden gesamt. Bekommt das mit Vollzeit-Job und Familie hin: Klare Grenzen (keine Aufnahmen am Wochenende oder spät nachts), nur Feierabende. In der freiberuflichen 2019/2020-Phase war das wilder. Hört trotz aller Routine jedes Gespräch in Gänze nochmal an.

„Mittlerweile ziehe ich da ganz ziemlich klare Grenzen und sage, das ist was für meine private Zeit ohne Familie."

Themen: Zeitaufwand

→ Zeitaufwand pro Folge

Technik

Welche Technik nutzt du? Mikrofon, Kopfhörer, Schnittprogramm?

Rode NT1 Kondensatormikrofon, beim Arbeitgeber Shure SM7B. Audient ID4 als Audio-Interface (rauscharm, zuverlässig). Mobil: Zoom H5/H6 (10 Jahre alt, läuft noch). Reaper + Ultraschall-Plugin, Auphonic wegen sehr guter Spracherkennung – erspart Transkripte/Show-Notes-Arbeit. Plädiert dagegen, in High-End-Technik-Fetischismus zu verfallen: Vor 10-15 Jahren gekaufte Sachen funktionieren heute noch.

„So ein High-End-Technik-Fetischismus für gutes Podcasting oder technisch sauberes Podcasting, der ist ja komplett überflüssig."

Themen: Mikrofon-Setup

→ Technik

Liebstes und Nervigstes

Was machst du am Podcasten am liebsten und was ist das nervigste?

Beim James-Bond-Jahr 2015 verlor er die Hälfte der Hörerschaft – stört ihn nicht. ‘Wir machen das für umsonst.’ Negativ: Hass-Kommentare und ‘unprofessionelles Scheißgelaber von neunmal klugen Besserwessern’ auf Amazon-Rezensionen seiner Bücher. Plädiert: wenn man etwas nicht mag, einfach nichts hinterlassen statt böse Kommentare. Verständlich nur bei großen kommerziellen Produktionen.

„Wir machen das aus Spaß und Freude."

Themen: Hörer-Feedback

→ Liebstes und Nervigstes


← Tanja · Übersicht Podcast-Faible Gäste · Britt-Marie →

[!info] Podcast-Faible · Folge #05

Erster Berührungspunkt & Anstoß

Was war dein erster Berührungspunkt mit Podcasts und was hat dich dazu veranlasst, selbst zu podcasten?

Bester Grund selbst zu podcasten: man findet ein Thema spannend, aber es gibt noch nichts dazu, oder man möchte eine andere Stimme zu einem Thema beisteuern. Podcast ist für ihn ein einseitiges Medium – und einen eigenen Podcast zu starten ist eine Form, Feedback zu geben.

„Ein Feedback, das man geben kann, ist einen eigenen Podcast zu machen."

Themen: Hörer-Feedback

→ Erster Berührungspunkt & Anstoß

Erinnerungswürdige Aufnahme

Gibt es eine Podcast-Aufnahme, die dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Eine Negativ-Erinnerung: ein sehr gutes Interview mit einer Gästin, das komplett rausgenommen werden musste – sie war der Meinung, sich nicht gut repräsentiert zu haben. Soenke und sein Team konnten das nicht nachvollziehen. Folge: das Thema fasst er nicht mehr an. Sonst gibt es positive Highlights, wenn Gäste Audio-Einspieler nachreichen, die er ins Gespräch reinschneidet.

„Aber die Gästin hat sich nicht wohlgefühlt nach dem Interview und wollte, [dass wir die Folge rausnehmen]."

Themen: Gespräche & Begegnungen

→ Erinnerungswürdige Aufnahme

Zeitaufwand pro Folge

Wie viel Zeit investierst du in eine Folge — von Vorbereitung bis Nachbereitung?

Pro Episode ‘ganze Arbeitstage’ – kurze Folge (Kurzgeschichten von Philip K. Dick): 4h Kurzgeschichten lesen + 1-1,5h Aufnahme + Schnitt + Show Notes + Publishing = ~12 Stunden. Bücher können 24h allein für Lese-Zeit fordern. Veröffentlichung alle 2 Wochen ist extremes Pensum. Bei ‘Policy’ schickt er nur Geschichten ein, Sprecher*innen sind ehrenamtlich. Show Notes übernimmt Jürgen.

„Es ist schon ein extremes Pensum."

→ Zeitaufwand pro Folge

Technik

Welche Technik nutzt du? Mikrofon, Kopfhörer, Schnittprogramm?

Ralf-Stockmann-Gedächtnis-Set – Headset abgelegt, Rode-Gesangsmikro angesteckt mit Arm (super Range, keine internen Kompressionen). Ultraschall mit ‘Remove Silence’-Workflow + Studio Link. Auphonic für Multispur. Hörspielprozess: grober Vorschnitt → Kapitelmarken → Feinschnitt → ggf. Filmschnipsel. Veröffentlicht via Auphonic an YouTube, Files.

„Ich höre es mir erst gar nicht an, ich mache gehen Ultraschall, mache Remove Silence und dann wird es so automatisch erstmal normalisiert."

Themen: Auphonic · Remove silence

→ Technik

Liebstes und Nervigstes

Was machst du am Podcasten am liebsten und was ist das nervigste?

Hört und schneidet gerne, lebt mit dem Zeitaufwand. Würde aber Social Media komplett abgeben – hat keinen Account, plädiert für E-Mails und Kommentare. Twitter hat er vor X-Umbenennung verlassen. Nutzt RSS-Aggregator statt sozialer Medien. Weiß: Social Media würde Boost geben, kriegt es nicht hin – auch keine helfende Person gefunden.

„Ich bin ein RSS-Mensch."

→ Liebstes und Nervigstes

Wichtigste Lektion

Was ist die wichtigste Lektion, die du anderen Podcastern mit auf den Weg geben würdest?

Technische Hürde ist niedrig (gute Mikrofone und Tools holen viel raus). Sein 11-jähriger Sohn hört Podcasts – Beispiel dafür, dass es für jedes Thema und Alter ein Publikum gibt. Solange man nicht Tausende Zuhörer erwartet, ist Podcast ein super Medium.

„Es gibt für jeden sein Publikum bei Podcasts."

Themen: Hörer-Feedback

→ Wichtigste Lektion


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