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Was ist die wichtigste Lektion, die du anderen Podcastern mit auf den Weg geben würdest?

24 von 30 Gästen haben geantwortet.

Wiederkehrende Muster

Alle Antworten

Johannes Wolf (Ep 1)

Wichtigste Lektion: Man muss nicht für jedes neue Format einen neuen Podcast-Feed anlegen. Bei Lano hat er erlebt, dass mit jedem neuen Format Hörer*innen verloren gingen – Twitter-Tod, Elternzeit ohne Autofahrt – diese Menschen erreicht man nicht mehr. Sein Learning: man kann der Hörerschaft zutrauen, mit Format-Wechseln innerhalb eines Feeds umzugehen, statt zu separieren.

„Man kann der Hörerschaft durchaus auch was zutrauen, dass sie auch mal sagt okay, vielleicht gibt’s die Folge oder nicht."

Alexander Haas (Ep 2)

Zwei Punkte: 1) ‘Die Welt hat nicht auf dich gewartet’ – realistisch bleiben über Hörerzahlen, gerade in Nische-der-Nische (Sci-Fi-Perry-Rhodan). 2) Das Publikum ist sehr dankbar – egal wie groß. Eine junge Frau erzählte ihm, ihr Podcast habe ihr während eines Krankenhausaufenthalts Spaß gegeben. 3) Ehrliche Kritik ist hart, aber wichtig – nicht in Abwehrhaltung gehen, auch wenn der Chefredakteur sagt ‘dein Start ist Mist’.

„Die Welt hat nicht auf dich gewartet. Das musste ich auf die harte Tour lernen."

Leni Bohrmann (Ep 3)

Gelernt: frei zu sprechen (als Schauspielerin gewohnt an Skripts, fehlten ihr anfangs die Worte). Wichtigste Erkenntnis übers Moderieren: dem Gast Raum geben. Es geht nicht um sie selbst. Sie ärgert sich, wenn Moderator*innen sich in den Vordergrund schieben und nur darauf warten, selbst zu reden.

„Es geht jetzt einfach mal nicht um mich."

Tanja (Ep 5)

Selbstreflexion über Auftreten und Formulierungen ist wertvoll – wer unsicher rüberkommt, dem wird nicht geglaubt (besonders schwer als Frau). Bei Gastauftritten ‘verhalten als ob man selbst schneiden müsste’ – Arbeit erleichtern. Wichtig: vor Aufnahme die unterschiedlichen Beweggründe abklopfen, warum jemand podcastet (kommerziell vs Sendungsbewusstsein vs Themenliebe). Felo hatte recht: Podcasten ist ein tolles Hobby.

„Wer unsicher rüberkommt, dem wird auf jeden Fall nicht geglaubt."

Arne Ruddat (Ep 8)

Mehrere Tipps: Webseiten werden überbewertet, aber eine sollte es geben. Macht was euch Spaß macht, mit intrinsischer Motivation – nicht für Geld oder Berühmtheit (er gibt nach 14 Jahren pro Monat genauso viel aus wie er einnimmt). Findet eine gute Podcast-Life-Balance – beim Einzelspiel-Podcast hatten zwei Hörer Burnout, weil sie sich übernommen haben. Vor allem: ‘Das Leben geht vor.’

„Das Leben geht vor."

Dela (Ep 9)

Drei Lektionen: 1) Macht das, worauf ihr Bock habt – nicht was ihr für erfolgreich haltet. 2) Hörerzahlen sind ‘Voodoo’ – ignoriert sie. 3) Macht Dinge, die ihr ohnehin getan hättet – dann hält man die Durststrecken durch. Wer mit Begeisterung dabei ist, findet sein Publikum. Wer ein ‘Podcast-Imperium’ bauen will, scheitert meistens.

„Macht lieber das, wofür ihr brennt, wofür ihr Liebe habt, und dann klappt das von selber."

Alexander Karls (Ep 10)

Findet deine Nische – im Zweifel anders darstellen als andere. SEO ist wichtig (Tools wie Cystrix testen). Statistiken nicht ignorieren, Multichannel bedienen (mit variierten Posts wegen Duplicate-Content-Strafen). Fan-Interaktion proaktiv anschieben (Speakpipe, Lives). Hürde senken: Leute trauen sich oft nicht zu fragen oder in Erscheinung zu treten – Treffen vor Ort senkt das (‘ich bin halt da’).

„Es gibt keine doofen Fragen."

Michèle Liussi (Ep 11)

  1. Nicht alleine machen – sie bewundert Anne dafür. Mit Katharina haben sie Backup bei Krankheit, Kind etc., teilen Arbeit auf. 2) Thema wählen, für das man Leidenschaft hat (mehr Arbeit als gedacht). 3) Gäste gut vorbereiten, besonders bei schweren Themen – sicherer Raum, vorab Fragen besprechen, sagen ‘das hier passiert nicht live, wir können hinterher schneiden’. Zeit nach der Aufnahme einplanen für Nachbesprechung – nicht sofort canceln.

„Ich würde es niemals alleine machen."

Stefan Giesbert (Ep 12)

Wichtigste Regel: einmal pro Woche eine Folge raus (egal wie). Sonst wird der Podcast ‘unserem Podcast nicht mehr gehen’. Filme werden angesagt, mindestens zwei unterhalten sich, oder Gast einladen – aber eine Folge kommt. Hat gelernt, viel lockerer frei zu sprechen, Vorträge halten, sich selbst hören (man gewöhnt sich an die eigene Stimme nach 400+ Folgen).

„Wenn wir jedes Mal neu überlegen müssten, oh, machen wir jetzt nächste Woche oder übernächste Woche, ja, dann ist es halt übernächsten Monat oder übernächstes Jahr."

Franziska von Lehel (Ep 13)

Tipps: 1) Wenn du Lust hast, mach es – lass dich nicht ausbremsen. 2) Suche ein Thema, für das du brennst. 3) Realistisch zeitlich planen (sie war auf 1×/Woche, jetzt 2×/Woche freier). 4) In gute Technik investieren. 5) Erzähle jedem von deinem Podcast. 6) Zitat von Alicia Joe: ‘Die meisten überschätzen, was sie in einem Jahr schaffen, und unterschätzen, was sie in fünf Jahren schaffen.’

„Die meisten überschätzen, was sie in einem Jahr schaffen und unterschätzen, was sie in fünf Jahren schaffen."

Stephanie Fischer (Ep 14)

Wichtigste Lektion: technische Basis muss stimmen – sonst hat man keine Lust mehr auf Postproduktion. Werbung machen auf Social Media. Nette Personen mit schöner Stimme suchen, vorher aber für sich allein Probeaufnahmen machen (eigene Stimme finden, Sprechfluss testen). Lernen aus Fehlern. Skript-Vorlesen ist hörbar – sie würde Solo-Skript-Lesen vermeiden.

„Aus Fehlern lernen ist bei mir sowieso ganz ganz oben in meinem Leben."

Philipp Müllender (Ep 15)

Lektion für sich: wie er kreativ funktioniert (er braucht massives Worldbuilding für Ideen, kann nicht spontan aus dem Nichts heraus erfinden). Tipps: ‘Lass bei der Planung Luft’ – nicht alles eng plotten, dann läuft ‘das Konzert komplett auf’. Sich erst von der eigenen Erwartung verabschieden, was der Podcast werden sollte – im Laufe der Zeit darf sich der Fokus verschieben.

„Lass bei der Planung Luft. Also mach das nicht zu eng."

Sebastian Stix (Ep 16)

Mehrere Lektionen: erster Eindruck stimmt oft nicht – Mut zum Risiko, öfter Ja sagen. Zeitmanagement angewöhnen. Vertrauen ins Publikum – Hörer geben gutes Feedback. Bei kritischen Mails (Beispiel: Eheproblem-Andeutung) eher Gespräch fördern, nicht löschen.

„Selbst wenn ich so sage, ah, kann das mit der Person klappen oder nicht, einfach öfter mal Ja sagen."

Anne Autenrieb (Ep 17)

Die Podcaster-Community ist großartig – über Gastauftritte lernt man viele nette Menschen kennen, die man im Alltag nie kennenlernen würde, schon gar nicht über Bundesländer hinweg. Schöne Vor- und Nachgespräche als Me-Time. Persönliche Beobachtung: Mit Mitte 30 nach Pandemie und Wegzug aus Berlin ist es schwer, neue Leute kennenzulernen – Podcasts kompensieren das.

„Die meisten PodcasterInnen sind sehr nette Menschen."

Yvette Philippens (Ep 19)

Für PodcasterInnen: genau überlegen, ob ein Podcast ein passendes Marketing-Tool für dich ist. Liegt dir das Audio-Format? Mach es nicht, weil andere es haben. Für Dienstleister*innen: nicht unter Druck setzen – gute Qualität liefern. Vor allem: in der Nebenselbstständigkeit starten, nicht sofort Vollzeit (sie selbst brauchte 2-3 Jahre). Spezialisierung ja, aber ehrlich kommunizieren, was man nicht abdeckt.

„Es ist halt auch da, es gibt unfassbar viele Podcast-Dienstleister. […] Schau einfach, dass du unterm Strich gute Arbeit leistest."

Kai Rohde (Ep 20)

Für ihn: dass er mit dem Podcast Lebensläufe beeinflussen kann. Für andere: suche ein Thema, konzentriere dich darauf, geh nicht ’links und rechts und dit und dat’. Geh nicht ‘Monate oder Jahre schwanger’ mit der Idee – Technik besorgen und loslegen. ‘Bleib bei deinem Thema, dann kannst du nur besser werden.’

„Such dir ein Thema, das dir Spaß macht und konzentrier dich auf dieses eine Thema und fang nicht an links und rechts und dit und dat noch damit rein zu wurschen."

Sascha Gottschalk (Ep 21)

Tipps: Tragendes Thema brauchen (zwei Folgen reichen nicht). Gutes Konzept und Vorbereitung. Marathon-Mentalität – dranbleiben, auch wenn die Arbeit anstrengt; Hörer warten auf die nächste Folge. Workflow entwickeln (alles Wiederkehrende standardisieren – z.B. Webseite-Post vorbereiten mit Lorem Ipsum). Und am Ende: ‘Soll es Spaß machen.’

„Wenn man was aus dem Ärmel schütteln will, dann muss man es vorher reingetan haben."

Christiane Attig (Ep 22)

Radio-Sprichwort: ‘Alles versendet sich.’ Egal was du sagst, irgendwann erinnert sich niemand mehr daran – also keine übergroße Sorge bei kleinen Fehlern. Aufwand für Hörer*innen, einen Kommentar zu hinterlassen, ist hoch (anders als bei YouTube) – das filtert Hate raus, aber auch positives Feedback. Daher: gutes Feedback (Mails, Social Media, Bewertungen) ist der beste Indikator für Erfolg, nicht Statistiken.

„Alles versendet sich, […] egal was du sagst, irgendwann erinnert sich einfach kein Schwein mehr daran."

Heike Drexel (Ep 23)

Podcasting ist eine Form von Persönlichkeitsentwicklung – sie lernte, aus ihrer Komfortzone zu gehen, sichtbar zu sein, vor Mikros und Publikum zu sprechen. Seit 1,5 Jahren gibt sie an der Volkshochschule Köln Vorträge ‘Wie erstelle ich einen Podcast?’ – Stolz darauf, dass sie zwei Stunden Know-how aushält.

„Podcasting sei auch eine Form von Persönlichkeitsentwicklung."

Sascha Rupp (Ep 24)

Im Business-Podcast bewusst keine Selbstvermarktung, sondern Erfahrungswerte teilen. Findet Podcast besonders gut für ruhige/kamerascheue Menschen (im Vergleich zu YouTube/TikTok mit Bild-Konsistenz-Stress). Schätzt das Zeitsouveränität des Konsums – Podcasts kann man überall hören, YouTube fixiert auf den Bildschirm.

„Ich möchte ja eigentlich ja dann eben mit euch Gästinnen ja dann zeigen, so von wegen hey, es gibt so viele verschiedene Wege zum Podcasten zu kommen."

Soenke Scharnhorst (Ep 25)

Technische Hürde ist niedrig (gute Mikrofone und Tools holen viel raus). Sein 11-jähriger Sohn hört Podcasts – Beispiel dafür, dass es für jedes Thema und Alter ein Publikum gibt. Solange man nicht Tausende Zuhörer erwartet, ist Podcast ein super Medium.

„Es gibt für jeden sein Publikum bei Podcasts."

Alexander Waschkau (Ep 27)

Wichtigste Lektion in 13 Jahren Hoaxilla: am Format wurde nichts grundlegend verändert. Konstanz und ‘sich nicht beirren lassen’ ist für die Menschen sehr wichtig – dann gehen sie mit vielen Dingen mit.

„Wir haben ja in den 13 Jahren an dem Format im Grunde genommen nichts verändert."

Christian Steiner (Ep 28)

Macht Testaufnahmen – für euch selbst, nicht zur Veröffentlichung. Nicht nur Technik testen, sondern Inhalt und Persönlichkeit. Spielt durch wie es ’eigentlich sein soll’. Bei seinem eigenen Test merkte er: nur DVD-Tipps austauschen funktioniert nicht für ihn – er will Gespräche mit gemeinsamer Sicht. Podcaste ‘als ob niemand zuhören würde’ – für dich selbst.

„Wenn das Ganze für dich selbst rund ist und du selbst auch dieser Podcast bist, dann stehen ja glaube ich alle Türen und Tore offen."

Rebecca van der Meyden (Ep 29)

Wichtigste Lektion: man muss nichts alleine machen. Sehr hilfreiche Podcast-Communities (Sendegate, lokale Stammtische, Social Media). Sie selbst engagiert sich, marginalisierte Stimmen in den Podcast-Raum zu bringen – bietet 1,5-Stunden-Coachings für Einsteigerinnen an. Zweiter Tipp: das Produkt muss nicht perfekt sein, wenn ihr startet. Die meisten Hörerinnen hören nur die letzten paar Folgen, nicht das gesamte Archiv.

„Ich schwöre euch, es wird sich jemand finden, der sich da mit euch hinsetzt und das mit euch macht."


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