| Themen | Duo Format, Hoerer Feedback, Mikrofon Setup, True Crime, Zeitaufwand |
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[!info] Podcast-Faible · Folge #24
Erster Berührungspunkt & Anstoß
Was war dein erster Berührungspunkt mit Podcasts und was hat dich dazu veranlasst, selbst zu podcasten?
Begeistert von amerikanischen Underground-/Nischen-Film-Podcasts (Gentleman’s Guide to Midnight Cinema, Projection Booth), aber 2011 gab es in Deutschland praktisch keine vergleichbaren Filmpodcasts. Mehrere Jahre suchte er Mitstreiter, bis er bei einem gemeinsamen Arbeitgeber Daniel traf – seinen Co-Host bis heute. Damals musste man Gegenübern noch erklären, was ein Podcast überhaupt ist.
„Ich musste auch all denjenigen, die ich ansprach, erstmal erklären, was ein Podcast überhaupt ist und dann sagten die, ach so, ist hier Online-Radio, jaja."
Themen: Duo-Format · Zeitaufwand
→ Erster Berührungspunkt & Anstoß
Eigener Podcast-Konsum
Welche Podcasts hörst du selbst gern? Welche Genres mögst du?
Exzessiver Hörer – jede freie Minute, auch statt Fernsehen. Hört kaum Filmpodcasts (eigene Baustelle, will andere Meinungen nicht ungewollt recyclen). Stark: News-Podcasts (The Daily NYT seit Jahren), investigative Reportagen, Storytelling-Formate aus US/UK (Pineapple Studios, Serial). Mag Serien-Recaps (The Ringer, David Chen). Skeptisch gegenüber True-Crime-Events mit 10.000 Zuschauern – Fremdscham und ethische Bedenken. Lehnt zu kleinteilig-akribische Filmverrisse ab (‘aktiv lustfeindlich’).
„Diese Momente, in denen ich mich da selber dabei ertappe, dass ich eigentlich die Meinung anderer Menschen recycle. Das macht mich unkreativ und faul."
Themen: True Crime
Erinnerungswürdige Aufnahme
Gibt es eine Podcast-Aufnahme, die dir besonders in Erinnerung geblieben ist?
Früher waren ihm die katastrophalen Aufnahmen (Mikro fiel aus, er sprach seinen Part nachträglich anhand der Tonspur des Gegenübers ein – mehrmals) wichtig. Mit 800-850 Folgen und 13 Jahren Erfahrung ist das alles ’nicht mehr so schlimm’. Die wirklich einprägsame Folge: 2018 mit Jan Peschel bei der Cinecouch über Kim Franks Regiedebüt ‘Wach’. Wegen ihrer kritischen Besprechung schrieb Kim Frank Jan auf Facebook ‘zurecht’ – ihre Filmbesprechung sei missverstanden. Hat ihn sensibilisiert: bei jungen Filmschaffenden bleibt er bewusster respektvoll, auch wenn er kritisch bleibt.
„Es hat mich sensibilisiert dafür, für die Tatsache, dass vielleicht bei zeitgenössischen Filmen […] einem vielleicht doch mal ab und zu jemand zuhört."
Zeitaufwand pro Folge
Wie viel Zeit investierst du in eine Folge — von Vorbereitung bis Nachbereitung?
Hängt vom Gesprächsverlauf ab. Game-of-Thrones-Staffel-Folge: ganze Staffel gucken + Recherche + Aufnahme + Schnitt = 20-25 Stunden. Normalfolge Bahnhofskino: 1-2 Filme gucken, 2-4 Std Aufzeichnung, 2 Std Schnitt, Show Notes/Patreon/Werbung – 8-12 Stunden gesamt. Bekommt das mit Vollzeit-Job und Familie hin: Klare Grenzen (keine Aufnahmen am Wochenende oder spät nachts), nur Feierabende. In der freiberuflichen 2019/2020-Phase war das wilder. Hört trotz aller Routine jedes Gespräch in Gänze nochmal an.
„Mittlerweile ziehe ich da ganz ziemlich klare Grenzen und sage, das ist was für meine private Zeit ohne Familie."
Themen: Zeitaufwand
Technik
Welche Technik nutzt du? Mikrofon, Kopfhörer, Schnittprogramm?
Rode NT1 Kondensatormikrofon, beim Arbeitgeber Shure SM7B. Audient ID4 als Audio-Interface (rauscharm, zuverlässig). Mobil: Zoom H5/H6 (10 Jahre alt, läuft noch). Reaper + Ultraschall-Plugin, Auphonic wegen sehr guter Spracherkennung – erspart Transkripte/Show-Notes-Arbeit. Plädiert dagegen, in High-End-Technik-Fetischismus zu verfallen: Vor 10-15 Jahren gekaufte Sachen funktionieren heute noch.
„So ein High-End-Technik-Fetischismus für gutes Podcasting oder technisch sauberes Podcasting, der ist ja komplett überflüssig."
Themen: Mikrofon-Setup
→ Technik
Liebstes und Nervigstes
Was machst du am Podcasten am liebsten und was ist das nervigste?
Beim James-Bond-Jahr 2015 verlor er die Hälfte der Hörerschaft – stört ihn nicht. ‘Wir machen das für umsonst.’ Negativ: Hass-Kommentare und ‘unprofessionelles Scheißgelaber von neunmal klugen Besserwessern’ auf Amazon-Rezensionen seiner Bücher. Plädiert: wenn man etwas nicht mag, einfach nichts hinterlassen statt böse Kommentare. Verständlich nur bei großen kommerziellen Produktionen.
„Wir machen das aus Spaß und Freude."
Themen: Hörer-Feedback
